Emissionshandel-Berichtspflichten (nEHS) – Was Unternehmen jetzt melden müssen

Mit dem nationalen Emissionshandel (nEHS) rückt CO₂ auch für viele Unternehmen in Deutschland immer stärker in den Fokus. In der Übergangsphase von 2024 bis 2026 gilt zwar noch keine Zahlungspflicht, aber sehr wohl eine verbindliche Berichtspflicht: Unternehmen müssen ihre Brennstoffmengen an die DEHSt melden.

Was auf den ersten Blick nach Bürokratie klingt, ist in Wahrheit die Vorstufe realer CO₂-Kosten ab 2027 – mit erheblicher strategischer Bedeutung.

Was ist der nEHS – kurz erklärt

Der nationale Emissionshandel erweitert den CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe im Wärme- und Verkehrssektor. Während der EU-Emissionshandel (EU-ETS) große Industrieanlagen betrifft, erfasst der nEHS deutlich mehr Unternehmen – auch außerhalb klassischer Industrie.

Ziel:

  • fossile Energieträger schrittweise verteuern
  • Transparenz über CO₂-Emissionen schaffen
  • Investitionen in Effizienz und Erneuerbare beschleunigen

Übergangsphase 2024–2026: Was gilt aktuell?

In den Jahren 2024, 2025 und 2026 befindet sich der nEHS in einer reinen Berichtsphase.

Das bedeutet konkret:

  • Brennstoffmengen melden
  • keine Emissionszertifikate kaufen
  • keine CO₂-Zahlungen leisten

Die Meldung erfolgt an die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt).

Wer ist meldepflichtig?

Meldepflichtig sind ausschließlich Unternehmen, die fossile Brennstoffe selbst einkaufen und in Verkehr bringen, z. B.:

  • Heizöl
  • Flüssiggas (LPG)
  • Kohle
  • Erdgas bei Direktbeschaffung / Sonderverträgen

Typische Fälle:

  • Liegenschaftsbetreiber mit eigener Brennstoffbeschaffung
  • Contractoren und Energieversorger

Nicht meldepflichtig sind Unternehmen, die Energie ausschließlich über einen Energieversorger beziehen (z. B. Erdgasliefervertrag, Fernwärme).

Wichtig: Auch ohne eigene Meldepflicht tragen Unternehmen die CO₂-Kosten ab 2027 über den Energiepreis.

Die Meldung erfolgt an die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt).

Was genau muss gemeldet werden?

Gemeldet werden ausschließlich die Brennstoffmengen, z. B.:

  • kWh Erdgas
  • Liter Heizöl
  • kg oder Tonnen anderer Brennstoffe

Keine eigene CO₂-Berechnung notwendig. Die Umrechnung in Emissionen übernimmt die DEHSt auf Basis gesetzlich definierter Faktoren.

Wann und wie erfolgt die Meldung?

  • Berichtszeitraum: jeweils das abgelaufene Kalenderjahr
  • Meldezeitpunkt: jährlich nach Jahresende
  • Form: elektronisch über das DEHSt-Portal

Eine saubere Datengrundlage (Rechnungen, Zählerstände, Liefernachweise) ist entscheidend.

Warum diese Berichtspflicht so wichtig ist – trotz fehlender Zahlung

Auch wenn in der Übergangsphase noch kein Geld fließt, ist die Meldung alles andere als nebensächlich.

1. Grundlage für CO₂-Kosten ab 2027

Die gemeldeten Brennstoffmengen bilden die Basis für den Start des vollwertigen Emissionshandels:

  • Zertifikatspflicht
  • reale CO₂-Kosten
  • steigender Preisdruck auf fossile Energien

2. Rechtssicherheit und Risikominimierung

  • fehlende oder falsche Meldungen können später zu Nachforderungen oder Bußgeldern führen
  • Probleme bei Förderanträgen, Audits oder ESG-Prüfungen sind möglich

3. Strategische Steuerungsgröße

Die nEHS-Daten zeigen erstmals:

  • tatsächliche fossile Abhängigkeit
  • CO₂-Kostenrisiken je Standort
  • Einsparpotenziale durch Effizienz oder Elektrifizierung

Zusammenhang mit Energieeffizienz, EPBD & ESG

Die nEHS-Berichtspflicht ist kein isoliertes Instrument. Sie greift direkt in andere Entwicklungen hinein:

  • EPBD & Gebäudeenergiegesetz → steigender Sanierungsdruck
  • ESG-Reporting → belastbare Emissionsdaten erforderlich
  • Förderprogramme → Nachweis fossiler Verbräuche oft Voraussetzung
  • Transformationspläne → CO₂-Daten als zentrale Entscheidungsbasis

CO₂ wird zur steuerbaren Kennzahl, nicht mehr nur zur Umweltdebatte.

Fazit: Meldepflicht heute – Kostenrelevanz morgen

Die nEHS-Berichtspflichten 2024–2026 sind der Testlauf für den CO₂-Preis der Zukunft.

Wer seine Brennstoffmengen jetzt sauber erfasst und meldet, vermeidet Risiken, gewinnt Planungssicherheit und verschafft sich einen klaren strategischen Vorsprung ab 2027.